Naturpark Trudner Horn

Studien und Erhebungen

Studien und Erhebungen
Gelbgrüne Zornnatter

Naturparks sind großräumige Gebiete mit einer weitgehend intakten Natur- und Kulturlandschaft, vielfältigen Lebensräumen und einer reichen Flora und Fauna. In ihnen finden sich geologische Besonderheiten und die unterschiedlichsten Landschaftsformen. Aus diesem Grund sind sie auch von besonderem wissenschaftlichem Interesse.

Um eine naturverträgliche Nutzung dieser Gebiete langfristig zu gewährleisten, ist es wichtig, durch Forschungen und Erhebungen die Kenntnisse über dieselben zu vertiefen.

Gefahr Freileitungen - Die elektrischen Freileitungen im Naturpark Trudner Horn gefährden die Vogelfauna

Gefahr Freileitungen - Die elektrischen Freileitungen im Naturpark Trudner Horn gefährden die Vogelfauna
Uhu in Mittelspannungsleitung

Das Landesamt für Naturparke hat im Jahr 2010 das Studio Associato PAN beauftragt, die Gefährdung der Vogelfauna durch elektrische Freileitungen im Naturpark Trudner Horn zu bewerten. Auf der Grundlage dieser Studie sollen dann Maßnahmen zur Risikoverminderung definiert werden, finanziert wurde sie als Entschädigungsmaßnahme für den Bau einer Sende- und Empfangsanlage im Naturpark. Auf rund 11.000 ha, dem Verwaltungsgebiet der 5 Naturparkgemeinden, wurde längs von 132 km Freileitungen und 867 Strommasten das Stromschlag- und Kollisionsrisiko für 15 im Gebiet vorkommende Vogelarten untersucht. Ausgewählt wurden unter anderem der Uhu und die Raufußhühner - Vögel, die aufgrund ihrer Charakteristika einem höheren Risiko ausgesetzt sind. Nur für 8% der untersuchten Elektroleitungen wurde ein hohes oder sehr hohes Kollisionsrisiko festgestellt. Anders verhält es sich beim Stromschlagrisiko durch die Strommasten: Hier beläuft sich das Risiko auf mehr als 38%. Zu den gefährlichsten Leitungen zählen die Hochspannungsleitung entlang des Salurner Grabens, von der Landesgrenze bis zur Schottergrube südlich der Gewerbezone Salurn, und die Mittelspannungsleitung östlich und westlich des Weißensees bis zu den Wiesen des "Drei-Fichten-Hofes". Nachdem das mit jeder Leitung verbundene Risiko bekannt war, konnten die gefährlichsten Gebiete ermittelt und eine Dringlichkeitsliste für die Eingriffe zur Risikoverminderung erstellt werden. Eine Maßnahme wurde bereits umgesetzt: Die Feileitung in der Nähe des Weißensees, eine potentielle Gefahr für Arten wie das Auerhuhn und die Greifvögel, wurde unterirdisch verlegt.

  • Hier finden Sie die Studienergebnise (in Italienisch) zum Projekt "Piano di valutazione e riduzione dell'impatto delle linee elettriche aeree sull'avifauna nel territorio del Parco naturale Monte Corno" als PDF zum download (Größe: 1,4 MB).

Faunistische Studie in den Naturparks Fanes-Sennes-Prags und Trudner Horn

Faunistische Studie in den Naturparks Fanes-Sennes-Prags und Trudner Horn
Kuckuck

Diese Studie wurde in den Jahren 1995 bis 1997 von der Wildbiologischen Gesellschaft - München (W.G.M.) im Auftrag des Amtes für Naturparke durchgeführt. Sie soll einen Überblick über die faunistischen Besonderheiten in den Naturparks Fanes-Sennes-Prags und Trudner Horn geben. In dieser Studie findet man, soweit sie bekannt sind, Daten zur Verteilung der einzelnen Arten und deren phänologischen Aspekte (Phänologie = Wissenschaft von den jahreszeitlich bedingten Erscheinungsformen bei Tier und Pflanze, zum Beispiel die Verfärbung des Federkleides des Schneehuhns). Ferner werden auch jene Tierarten aufgelistet, für welche das Wissen noch lückenhaft und zu vertiefen ist. Die Studie wurde in deutscher Sprache verfasst.

Eulen und Käuze im Naturpark Trudner Horn

Eulen und Käuze im Naturpark Trudner Horn
Sperlingskauz

Im Jahr 1997 hat das Amt für Naturparke eine Studie zur Verbreitung der Nachtgreife im Naturpark Trudner Horn beauftragt. Zwei Jahre lang haben die Naturwissenschaftler Renato Sascor, Roberto Maistri und Stefano Noselli bei nächtlichen Ausgängen die Lautäußerungen der Vögel registriert. Tagsüber wurden die Landschaftsstruktur und die Vegetation der Untersuchungsgebiete erhoben sowie Spuren der Tiere wie Gewölle, Kotreste und Nisthöhlen gesucht. Sechs verschiedene Eulenarten wurden dabei nachgewiesen. Raufuß- und Sperlingskauz sind relativ häufig anzutreffen. Der Waldkauz kommt in geringerer Anzahl vor als vermutet, Waldohreule und Uhu sind selten, ganz vereinzelt ist der Steinkauz zu finden. Überhaupt nicht nachgewiesen werden konnte die Zwergohreule.

  • Hier kann die Broschüre "Unter der Lupe - Eulen und Käuze im Naturpark Trudner Horn" heruntergeladen werden (Größe: 4,0 MB).

Fledermäuse im Randbereich des Naturparks Trudner Horn

Fledermäuse im Randbereich des Naturparks Trudner Horn
Fledermaus

Das Vorkommen von Fledermäusen in der Umgebung des Naturparks Trudner Horn wurde in den Jahren 1991 bis 1998 von Oskar Niederfriniger (siehe Niederfriniger 1994, 2001, 2002, 2003) im Rahmen landesweiter Erhebungen untersucht. 2007 wurde im Auftrag des Amtes für Naturparke von Oskar Niederfriniger und Dr. Christian Drescher erneut eine detaillierte Erhebung durchgeführt. Untersucht wurde die Nutzung von Lebensräumen im Randbereich des Naturparks Trudner Horn durch die Fledermäuse, um für die Zukunft ausreichende Daten für den Schutz dieser Tiergruppe zu haben.

Verbreitungsgebiet und Lebensraumbeschreibung von Auerhuhn und Haselhuhn im Naturpark Trudner Horn

Verbreitungsgebiet und Lebensraumbeschreibung von Auerhuhn und Haselhuhn im Naturpark Trudner Horn
Birkhuhn

In den Jahren 2001 und 2006 wurden Untersuchungen über die Verbreitung und Lebensraumnutzung beider Raufußhühnerarten von der Gruppe um Dr. Silvano Mattedi im Naturpark Trudner Horn durchgeführt. Raufußhühner werden häufig als Indikatorarten für die Qualität eines Lebensraums betrachtet. Sie eignen sich deshalb als Untersuchungsobjekte für Projekte, die auf eine Integration des Naturschutzes und anderer Formen der Landnutzung wie Forstwirtschaft, Tourismus und Erholung abzielen: Das Auerhuhn ist außerdem in der Vogelschutzrichtlinie der Europäischen Union als besonders gefährdete Art und damit prioritär schutzbedürftig angeführt. Raufußhuhnarten sind vielfach durch eine enge Habitatbindung charakterisiert, weshalb sie hochsensibel auf Veränderungen des Lebensraums reagieren.

Vegetationskundliche Untersuchungen – Managementplan Natura 2000

Vegetationskundliche Untersuchungen – Managementplan Natura 2000
Farne und Pilze

Im Zuge der Ausarbeitung des Natura-2000-Managementplans wurden im Jahr 2006 unter anderem auch vegetationskundliche Erhebungen am Weißensee, Langes Moos und Gampen-Moore bei der Pezzole Alm durchgeführt. Die Untersuchungen geben Auskunft über den derzeitigen Zustand der Feuchtbiotope und ihre mögliche zukünftige Entwicklung.
Außerdem wurden Flechten in einigen Waldlebensräumen erhoben. Flechten sind wichtige ökologische Indikatoren für die Bestimmung der Natürlichkeit von Waldökosystemen und für die Bewertung von Maßnahmen für eine nachhaltige Entwicklung, wie beispielsweise die Erhaltung eines bestimmten Totholzanteiles im Wald.

Die Libellen im Naturpark Trudner Horn

Die Libellen im Naturpark Trudner Horn
Blauflügellibelle

Die Libellen zeichnen sich durch einen außergewöhnlichen Flugapparat aus. Die Fähigkeit, ihre beiden Flügelpaare auch unabhängig voneinander bewegen zu können, ermöglicht es ihnen, abrupte Richtungswechsel zu vollziehen, in der Luft stehen zu bleiben oder bei einigen Arten sogar rückwärts zu fliegen. Beim Flug werden Maximalgeschwindigkeiten von 50 Kilometern pro Stunde erreicht. Libellen sind vor allem in der Nähe von Gewässern zu finden, da ihre Larven auf den Lebensraum Wasser angewiesen sind. Im Sommer 2008 wurden von der Gruppe Libella (Dr. Franziska Werth, Dr. Alex Festi und Dr. Tanja Nössing) verschiedene Feuchtlebensräume im Naturpark auf das Vorkommen von Libellen untersucht. Aufgrund dieser Ergebnisse können Maßnahmen zur Erhaltung und Aufwertung des Lebensraumes Wasser getroffen werden.

  • Hier kann die Broschüre "Die Libellen in den Naturparks Trudner Horn und Rieserferner-Ahrn" heruntergeladen werden.