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Passeiertal: Neue Stettiner Hütte eröffnet

Auf 2875 Meter Seehöhe haben LH Kompatscher und LR Bessone am 24. Juli 22 die 2014 von einer Lawine zerstörte und vom Land neu aufgebaute Stettiner Hütte offiziell eröffnet.

Zwei Jahre dauerten die Bauarbeiten für die Stettiner Hütte im Naturpark Texelgruppe zwischen dem Pfelderer Tal und dem Pfossental. 2014 war die alte Schutzhütte von einer Lawine zerstört worden. Nun wurde unter der Leitung der Landesabteilung Hochbau und technischer Dienst ein neues Gebäude errichtet. Mit seiner geometrischen Form hebt es sich von der felsigen Alpinlandschaft am Südhang der Ötztaler Alpen auf dem Gemeindegebiet von Moos in Passeier ab.

Feierstunde zur offiziellen Eröffnung

Am heutigen Sonntag (24. Juli) haben Landeshauptmann Arno Kompatscher, Hochbau- und Vermögenslandesrat Massimo Bessone, der Bürgermeister von Moos in Passeier Gotthard Gufler die Schutzhütte bei einer Feierstunde offiziell eröffnet. Mit dabei waren die Bürgermeisterin von St. Martin in Passeier Rosmarie Pamer, mehrere Gemeindeverteter, der Verfahrensverantwortliche und geschäftsführende Direktor des Landesamts für Hochbau West Stefan Canale, der Techniker Raimund Groß sowie Vertreter der Projektanten, der am Bau beteiligten Unternehmen sowie die Vertreter der alpinen Vereine AVS und CAI.

Bei Bergfreunden bereits beliebte Hütte

"Es freut mich, dass neue landeseigene Schutzhaus, das an einem wichtigen Kreuzungspunkt von Wanderwegen und Mountainbike-Routen liegt, schon in den ersten Wochen seines Betriebs viel Zuspruch von Bergfreunden erfahren hat", zeigte sich Landeshauptmann Kompatscher zufrieden. "Wir sind davon überzeugt, dass der Neubau den Bergsportlern und Bergsportlerinnen und den Wandernden Sicherheit und Gastlichkeit bieten wird", sagte Kompatscher. Der Pächterfamilie Schwarz-Fontana, die die Hütte schon seit über 30 Jahren erfolgreich führe, wünschte der Landeshauptmann "weiterhin viel Freude und Erfolg bei ihrer Arbeit in luftiger Höhe".

Schwierige und mühsame Bauarbeiten für wichtigen Stützpunkt

"Bauen im Hochgebirge ist sehr schwierig und mühsam, die Saison ist kurz und wer dies macht, tut es nicht, um Ruhm zu erlangen, sondern im Ansinnen, seiner Heimat ein wertvolles Zeichen zu setzen", sagte Hochbaulandesrat Bessone. Die Stettiner Hütte sei ein Beispiel dafür, wie  die Schönheit der Südtiroler Natur mit innovativer Architektur in Respekt vor der alpinen Umwelt und in Nachhaltigkeit verbunden werden könne, betonte Bessone. "Die Schutzhütte wurde im KlimaHaus-Standard mit einer Investition von 6,20 Millionen Euro gebaut", berichtete der Landesrat und verwies darauf, dass die Schutzhütte ist ein wichtiger alpiner Stützpunkt für Wanderer und Urlaubsgäste sein.

Der Bürgermeister von Moos in Passeier Gufler hob die Bedeutung der neuen Schutzhütte für die Gemeinde und das gesamte Gebiet hervor. Zufrieden äußerten sich auch die Architekten Andrea Fregoni und Roberto Pauro vom Studio "Area Architetti Associati", die den europaweit ausgeschriebenen Projektierungswettbewerb für die Struktur gewonnen hatten.

76 Plätze in den Schlafsälen und 92 Sitzplätze im Speisesaal

Mit einem Volumen 3300 Kubikmetern erstreckt sich die neue Stettiner Hütte über fünf Etagen und weist eine Nutzfläche von 750 Quadratmetern auf. Die Hütte kann 76 Personen in den Schlafsälen beherbergen und verfügt über 15 Betten für das Personal. Der Speisesaal im Erdgeschoss mit mehreren Fenstern aus Cortenstahl bietet über 92 Sitzplätze. Die Form des Gebäudes ist im Wesentlichen eine Antwort auf Sicherheitsanforderungen. Das Erdgeschoss ist entlang der Lawinenabflussrichtung ausgerichtet und wird durch einen Felssporn geschützt. Die oberen Stockwerke sind so angeordnet, dass sie zum Lawinenabgangsbereich hin ähnlich wie bei einem Schiffsbug einen spitzen Winkel bilden, was eventuelle Lawinen ableitetet.

Die gesamte Struktur besteht aus vorgefertigten Stahlbetonplatten und die Innenräume aus Nadelholz. Auch die Möbel für die Stube, den Eingang und die Schlafsäle sind aus Naturholz. Neu gefertigt wurden auch die Überdachung und die Einbauten, ebenso die notwendigen technischen Anlagen. Außerdem wurde das Gebäude an die aktuellen Brandschutzvorschriften angepasst. zudem hat im Sommer 2019 die Firma Oberprantacher Gottlieb & Karl OHG eine Quelle gefasst und eine neue Trinkwasserleitung für die Schutzhütte gebaut. Die temporäre Bietergemeinschaft der Unternehmen "Graf & Söhne - HOLKA Genossenschaft" hatte die europaweite Ausschreibung gewonnen und hat die Arbeiten zum Wiederaufbau abgewickelt.

Die Stettiner Hütte liegt am Meraner Höhenweg und ist zudem Ziel der zehnten Etappe des Tiroler Höhenwegs. Seit 2005 verwaltet das Land Südtirol die Schutzhütte, die damals als eine von 26 Schutzhütten vom Staats- in Landesbesitz übergegangen war.


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ic/san